Vom Ton zum Objekt

Hier kannst Du sehen, welcher Prozess hinter einem Keramikobjekt steckt.
Ich stelle kurz die in meiner Werkstatt verwendeten Techniken der Tonverarbeitung vor.

Das Drehen an der Töpferscheibe


Ton gibt es in vielen Variationen, je nachdem, was gestaltet werden soll.
Er ist im Fachhandel in 10 kg Hubeln erhältlich.
Zum Drehen benötigt man in der Regel einen Ton ohne Schamottanteil.

Der Ton wird abgewogen.

Dann wird der Ton verdichtet durch Schlagen oder eine spezielle Knettechnik.

Der verdichteteTon wird auf der Drehscheibe zentriert.

Um den Ton weiter zu verdichten und besser verarbeiten zu können, ist es sinnvoll, ihn mehrmals hoch zu ziehen und wieder herunter zu drücken.

Der zentrierte Ton wird in der  Mitte aufgebrochen.

Der Ton wird hoch gezogen...

...bis die gewünschte Höhe erreicht ist.

Dann wird das Gefäß ausgeformt.

Ist das Objekt fertig gestellt, wird es mittels einer sogenannten Töpferschlinge von der Scheibe geschnitten.

Dann wird das gute Stück langsam getrocknet.

Im sogenannten lederharten Zustand wird der Becher nachbearbeitet, z.B. der Boden weiter ausgeformt.

Wenn alles gut getrocknet ist, kann der erste Brand, der sogenannte Schrühbrand, erfolgen. Ich führe diesen bei 900° Celsius durch. Bis der Ofen die Temperatur erreicht hat und sich wieder auf Zimmertemperatur abgekühlt hat, können schon zwei Tage vergehen.
Hier können die Werkstücke noch aufeinander gelegt werden.

Nach dem Schrühbrand kann glasiert werden.
Ich verwende lebensmittelechte Glasuren, die auch frostfest sind.
Bild folgt!

Nach dem Glasieren erfolgt der zweite Brand, der sogenannte Hochbrand bei 1250° Celsius.
Da jetzt Glasur auf de Objekten ist, dürfen sich diese nicht mehr berühren, sonst kleben sie beim Schmelzen der Glasur zusammen.
Dann ist das Objekt fertig!
Bild folgt!

Aufbaukeramik in Plattentechnik

am Beispiel einer Kugel

Der Ton wird zur gewünschten Dicke ausgerollt. Hierzu kann man Kanthölzer verwenden, damit eine gleichmäßige Dicke der Tonplatte entsteht.

Eine Halbkugel aus Gips wird nun aufgelegt und der Ton mit etwas Zugabe ausgeschnitten.

Der zugeschnittene Ton wird in die Form gelegt und angedrückt. Hierbei ist zu beachten, daß keine Luftblasen entstehen.  Die eingeschlossene Luft würde sich beim Brennen ausdehnen und das Objekt zerstören.  

Der Ton wird geglättet, eventuelle Lücken verschlossen.

Nach einer kurzen Trockenzeit kann die Halbkugel aus der Form geholt werden.
Eventuelle Nahtstellen können nun vertschlossen werden.

Auf einer drehbaren Ränderscheibe kann das Äußere der Halbkugel weiter geglättet werden.

Zur Verbesserung der Stabilität weiter trocknen lassen bis zum lederharten Zustand.
Im Kurs wird etwas mit einem Föhn nachgeholfen.
Die Kante der Halbkugel wird eingeritzt und mit Schlicker (Tonmatsch :-) als Kleber  ) bestrichen.

Die zwei Kugelhälften werden zusammengestzt, Nahtstellen verschlossen und alles geglättet.

Fertig!
Nun kann die Kugel weiter dekoriert werden.
Alles weitere genau wie beim Drehen.